Dachdämmung im DG: Alle Verfahren im Vergleich
Warum die Dämmung bei einem Dachgeschossausbau entscheidend ist
Ein nicht oder schlecht gedämmtes Dach ist für den Wärmeverlust eines Gebäudes verantwortlich. Bis zu 30 Prozent der Heizwärme gehen durch ein ungedämmtes Dach verloren. Bei einem Dachgeschossausbau ist die Dämmung nicht nur energetisch sinnvoll – sie ist nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgeschrieben, wenn nach 2020 ein Neubau oder eine größerer Ausbau mit Genehmigung stattfindet.
Aber auch ohne gesetzliche Pflicht lohnt sich eine gute Dämmung: Die Betriebskosten für die Heizung sinken dauerhaft, der Wohnkomfort steigt, und die Fördermittel von KfW und BAFA machen den Ausbau deutlich günstiger.
Die drei Verfahren im Überblick
1. Zwischensparrendämmung
Die Mineralwolle wird zwischen die Sparren geklemmt. Das ist das am häufigsten eingesetzte Verfahren bei nachträglichem Ausbau, weil es von innen ausgeführt werden kann – ohne dass die Dachdeckung abgenommen werden muss.
Voraussetzung: Die Sparren müssen mindestens 14 cm tief sein, damit die Dämmung (WLG 035) den GEG-Wert von 0,24 W/m²K erreicht. Bei flacheren Sparren hilft eine Untersparren-Dämmung als Ergänzung.
Kosten: 55 bis 95 Euro pro m² Dachfläche, inkl. Dampfbremse und Verarbeitung.
Nachteil: Die Sparren bleiben als Wärmebrücken sichtbar. Die Dämmwirkung ist gut, aber nicht optimal. Für Neubau-Niveau reicht es in Bestandsbauten mit dünnen Sparren meist nicht.
2. Aufsparrendämmung
Die Dämmplatten werden auf die Sparren aufgelegt, direkt unter der Dachdeckung. Die gesamte Dämmschicht liegt oberhalb der Sparren – keine Wärmebrücken mehr.
Das Verfahren funktioniert nur bei einer Neueindeckung. Wenn das Dach ohnehin erneuert werden muss (Ziegel sind porös, Konterlatte ist morsch), ist die Aufsparrendämmung die beste Option. Sie ist förderfähig und spart langfristig Heizkosten.
Kosten: 120 bis 220 Euro pro m² inkl. Neueindeckung. Ohne Neueindeckung wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Vorteil: Wärmebrückenfrei, höchste Dämmwirkung, sommerlicher Hitzeschutz durch die aufliegende Dämmplatte, Förderfähigkeit über KfW.
3. Untersparrendämmung
Die Dämmung wird unter den Sparren an einer Unterkonstruktion befestigt. Das Verfahren wird fast nie allein eingesetzt – sondern immer als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung, wenn die Sparren zu dünn sind.
Kosten: 40 bis 70 Euro pro m² als Zusatzmaßnahme.
Vorteil: Bringt auch dünne Sparren auf GEG-Niveau. Der Raum geht durch die Unterspparren-Dämmung um 3 bis 5 cm pro Seite verloren.
Was das GEG für Ihr Dach fordert
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt für Dachflächen von außen einen maximalen U-Wert von 0,24 W/m²K fest. → GEG auf bmwk.de Für die Dachflächen von innen (bei nachträglichem Ausbau) gelten die gleichen Anforderungen.
Das bedeutet: Mit einer 14 cm dicken Mineralwolle (WLG 035) erreichen Sie den Wert knapp. Mit einer 16 cm dicken Dämmung sind Sie auf der sicheren Seite. Für Passivhaus-Niveau braucht es 30 bis 40 cm Dämmung – das ist bei Zwischensparren nicht mehr sinnvoll, sondern spricht für die Aufsparrendämmung.
Sommerhitze: Was die Dämmung damit zu tun hat
Ein ausgebautes Dachgeschoss wird im Sommer unerträglich heiß – das ist kein Schicksal, sondern ein Planungsfehler. Eine gute Dämmung hält die Wärme im Sommer draußen, genauso wie im Winter die Wärme innen.
Die Aufsparrendämmung schneidet hier am besten ab, weil die Dämmplatte auch als Hitze-Bremse wirkt. Bei der Zwischensparrendämmung heizt sich der Sparren selbst als Wärmebrücke auf und gibt die Wärme zeitverzögert nach innen ab. Mehr dazu in unserem Artikel Sommerhitze im Dachgeschoss.
Zusätzliche Maßnahmen gegen Sommerhitze: Außenliegender Sonnenschutz (Markise), Dachfenster mit Solar-Reflexionsbeschichtung, Dachterrassen-Elemente bei Gauben. Eine Bauteilaktivierung (Kühlen über die Decke) ist bei Neubauten und hochwertigen Sanierungen eine Option, bei Bestandsausbauten meist nicht wirtschaftlich.
KfW- und BAFA-Förderung für Dachdämmung
Die Dämmung der Dachflächen ist über die KfW förderfähig – als Einzelmaßnahme oder im Rahmen eines Sanierungsfahrplans. Für die Aufsparrendämmung gibt es einen Zuschuss von bis zu 15.000 Euro pro Wohneinheit (KfW 261).
Wichtig: Der Förderantrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Wer mit dem Dachdecker zuerst anfängt und dann fördern will, bekommt kein Geld. Alle Details zu Förderprogrammen finden Sie in unserem Artikel Förderung & Steuervorteile für Dachgeschossausbau. → kfw.de → bafa.de
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) über das BAFA bezuschusst die Energieberatung mit bis zu 650 Euro. Wer die Maßnahmen aus dem iSFP umsetzt, erhält einen zusätzlichen Bonus von 5 Prozent auf die BAFA-Einzelmaßnahmenförderung.
Häufige Fragen
Welches Dämmverfahren ist am besten für ein bestehendes Dachgeschoss?
Das hängt vom Zustand des Daches ab. Wenn das Dach von innen zugänglich ist und die Sparren mindestens 14 cm tief sind, reicht eine Zwischensparrendämmung. Wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt werden muss, ist die Aufsparrendämmung deutlich effektiver und förderfähig.
Muss die Dachdämmung nach dem GEG gemacht werden?
Ja, wenn Sie ein Dachgeschoss zu Wohnzwecken ausbauen und die Baugenehmigung nach 2020 beantragt wurde, gelten die GEG-Anforderungen. Bei einem Ausbau im Bestand ohne Genehmigungsänderung greift das GEG nur für die erneuerten Bauteile.
Was kostet eine Dachdämmung in Stuttgart?
Zwischensparrendämmung: 55–95 €/m². Aufsparrendämmung inkl. Neueindeckung: 120–220 €/m². Untersparrendämmung: 40–70 €/m². Alle Preise inkl. MwSt., ohne Gerüst.
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